Kostenlose Periodenprodukte
Schottland macht es vor: Seit dem 15.08.2022 bietet es als erstes Land der Welt per Gesetz Menstruationsprodukte wie Tampons und Binden öffentlich und kostenlos an. Nicht nur als Notfallversorgung - nein, Schottland hat es sich zur Aufgabe gemacht alle menstruierenden Personen flächendeckend ein Leben lang mit Menstruationsprodukten zu versorgen. Der BJR konnte sich bei einem Fachkräfteaustausch 2022 vor Ort bei unserer Partnerorganisaiton Youth Link Scotland über das Gesetz und die Umsetzung informieren, woraus die Kampagne "Regelgerecht: Kein Luxus - kein Tabu" der Kommission Mädchen- und Frauenarbeit des BJR entstanden ist.
Auf dieser Seite erfahrt ihr mehr über das Gesetz und die Umsetzung in Schottland sowie über lokale Initativen in Bayern.
Gemäß dem Period Products (Free Provision) (Scotland) Act 2021 sind lokale Behörden und Bildungsanbieter in Schottland gesetzlich verpflichtet, Periodenprodukte bei Bedarf kostenlos zur Verfügung zu stellen. Produkte müssen leicht und unter Wahrung der Würde der Menschen erhältlich sein und eine breite Palette von Produkten muss verfügbar sein. Die Produkte sind in Schottland hergestellt und es wird auf Umweltverträglichkeit geachtet. Begleitet wurde die Gesetzesiniative mit Aufklärungsworkshops in Schulen und Einrichtungen der Jugendarbeit, um das Thema Menstruation zu enttabuisieren.
Kostenlose Menstruationsprodukte in Bayern
Das schottische Modell macht Schule. In vielen Kommunen und Städten in Bayern werden kostenlose Periodenprodukte angeboten:
Am 06.09.2022 hat der Kemptener Stadtrates einen gemeinsamen und fraktionsübergreifenden Antrag zur städtischen Bereitstellung von kostenlosen Menstruationsartikeln in öffentlichen Einrichtungen in Kempten gestellt, woraufhin die Damen/Mädchen-Toilettenräume in zahlreichen Einrichtungen mit entsprechenden Behältnissen inkl. Erstbefüllung (Tampons und Binden) ausgestattet wurden.
Münchens Schulen dürfen kostenlose Perioden-Hygiene-Artikel verteilen. Ab 2024 stellt das Gesundheitsreferat außerdem in den hauseigenen Beratungsstellen kostenlose Menstruationsartikel für Kund:innen zur Verfügung. Künftig will die Stadt Tampons und Binden außerdem in öffentlichen Toiletten kostenfrei zur Verfügung stellen. Ein Pilotprojekt soll Anfang 2025 starten und zunächst ein Jahr lang dauern.
Die Stadt Erlangen gab in einem Pilotprojekt 2022 kostenlos Tampons und Binden an zwei Schulen und einer Bibliothek aus. Aufgrund der positiven Rückmeldungen soll das Projekt dauerhaft ausgeweitet und alle Schulen mit kostenlosen Menstruationsprodukten ausgestattete werden.
Der Abfallentsorgungsbetrieb in Starnberg bietet finanzielle Unterstützung für Mehrweg-Periodenprodukte an. Dafür wurde die Firma mit einem Nachhaltigkeitspreis ausgezeichnet. Die Firma bezuschusst auch Mehrwegwindeln für Familien.
Im Rathaus, der Stadtbücherei und in 13 Jugendzentren werden in Würzburg kostenlose Menstruationsartikel angeboten. Mittlerweile können sich die Mitarbeitenden der Offenen Jugendarbeit im Sozialreferat unterschiedliche Artikel abholen, die sie dann kostenlos ihren Besucherinnen zur Verfügung stellen.
An vielen Schulen in Bayern werden kostenlose Periodenprodukte angeboten z.B. an der Mittelschule Pfaffenhofen schon seit 2021. Die Initiativen an den Schulen kommen entweder von der SMV, Schul AGs, dem Elternbeirat oder der Schulleitung selbst.
Auch an vielen Universitäten weren kostenlosen Periodenprodukte angeboten z.B. an der Uni Regensburg.
In der bayerrischen Jugendarbeit gibt es bereits Initiativen zur Enttabuisierung von Menstruation und für kostenlose Menstruationsprodukte. Hier könnt Ihr Euch darüber informieren.
Ansprechperson
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Melda Wersteinsie/ihrReferentin für Medienpädagogik, Medienpolitik und präventiven Jugendschutz